
Dass die Natur etwas Besonderes ist, können wir uns alle wohl vorstellen. Wie besonders aber, das erlebt man als Gärtner tagtäglich. 365 Tage pro Jahr widmet er sich der Züchtung der allerbesten Produkte. Dies beginnt bei einem Samen, einem Steckling oder wie in meinem Fall bei einer Blumenzwiebel. Und dann geht es um die bekanntesten, wie Hyazinthe, Narzisse, Krokus, Traubenhyazinthe und natürlich nicht zu vergessen die Tulpe.
Bei meinem ersten Schritt, der Auswahl auf mehreren Flächen, habe ich das schönste Ergebnis der Frühjahrsboten im Topf vor Augen. Für die kleinsten Blumenzwiebeln suche ich die optimale Bodenstruktur, die ich mit einem optimalen Düngungsprogramm kombiniere. Dieser Zyklus wiederholt sich im Allgemeinen 3 Jahre, bis die Blumenzwiebeln genug Inhalt für vitales Wachstum und optimale Blüte haben.
Auch dann noch hängt es davon ab, ob die Winter streng genug (aber auch nicht zu streng) gewesen sind. Ob es im Frühjahr genug Sonne gegeben hat und ob genug Regen gefallen ist (aber auch nicht zu viel). Nach der Ernte (Juni-August) erhalten die Blumenzwiebeln eine Wärmebehandlung, um so viel wie möglich Blüten zu entwickeln. Nach dieser Behandlung werden Spätjahr und Winter in optimal klimatisierten Kühlräumen imitiert.
Und gerade dann, wenn die Natur in einer künstlichen Situation imitiert wird, macht sich diese wunderbare Natur doch bemerkbar. Selbst in einem klimatisierten Kühlraum hat die Natur Einfluss. Bei einer niedrigen Außentemperatur wachsen Blumenzwiebeln im Kühlraum wesentlich langsamer als bei einer höheren Außentemperatur. Und das bei einer auf 9°C fest eingestellten Temperatur.
Es ist keine Option, die Entwicklung bei einer höheren Temperatur im Kühlraum zu erzwingen, da dies absolut auf Kosten der Blühqualität geht. Jede Pflanze braucht ihre natürliche Zeit. Straffe Planung, wie in einer Fabrik üblich- vergessen Sie’s! Und gerade darum liebe ich meinen Beruf so. Zu oft wird vergessen, dass Blumen und Pflanzen leben.


